Auf dem Amt

20. April 2011 Von Kai

Um sich in Papguay freier bewegen zu können und nicht mehr auf den Bus angewiesen zu sein, braucht man eine parguayische „Fahrerlaubnis“. Es reicht also nicht aus mit einem deutschen oder gar einem internationalen Führerschein zu kommen, nein, man muss sich eine extra Lizenz ausstellen lassen.
Dazu muss man zunächst mal in einem kleinen Labor seine Blutgruppe untersuchen und bestimmen lassen, damit dann zum Amt marschieren und sich dort sein Dokument ausstellen lassen.
Und das funktioniert so: Man betritt ein Büro, in dem schon mehrere andere Anwärter stehen und darauf warten, bedient zu werden. Also nichts mit Diskretion oder Wartezimmer, Nummer ziehen, oder aufgerufen werden. Einfach mal reingehen. Hinter dem Schreibtisch sitzen dann drei (!!!) „Beamte“, die bei landestypischer Musik ganz tranquilo ihre Kunden abarbeiten. Dabei ist einer für die Datenerfassung zuständig, einer fürs Ausdrucken der Dokumente und der Dritte schneidet die Papiere dann fein säuberlich mit der Schere aus und zu.

Als wir dann letztendlich an der Reihe waren und unsere Daten aufgenommen waren, kommt einer der drei zu uns rüber, stellt uns an die Wand und zückt sein Handy, macht von jedem von uns ein Bild und das kam dann in den Führerschein.

Interessanterweise wird hier gar nicht nach irgendeiner Befähigung gefragt, ob man überhaupt fahren kann. Es gibt hier keine Fahrschulen oder dergleichen. Man geht davon aus, dass wenn man sich einen Führerschein kauft, auch fahren kann.

Wir sind nun also im Besitz einer paraguayischen Fahrerlaubnis. Und weil wir schon da waren und uns den Führerschein fürs Auto haben ausstellen lassen, haben wir auch gleich die Pappe fürs Motorrad mit gekauft. Insgesamt hat der Spaß pro Nase ca. 25.- Euro gekostet. Gut oder?