Bergwandern

25. April 2011 Von Kai

Wir haben ja in Santa Rosa mittlerweile guten Anschluß gefunden. Es ist wie eine kleine deutsche Kolonie, die wir haben. Alles junge Leute, die mal für ne Zeit nach Paraguay gezogen sind und hier leben. Da wird natürlich auch viel gemeinsam unternommen und so haben wir uns zu neunt zusammen getan und beschlossen eine „kleine Bergtour“ zu machen. Da Paraguay insgesamt ja eher flach ist, ist der Begriff „Berg“ natürlich relativ. Und „Tour“ ist wahrscheinlich auch nicht ganz richtig. Der „Berg“ war eher ein Felsen und die Tour könnte man als „pfadfinden“ bezeichnen. Aber es war sehr cool.

Wir sind also zunächst von Santa Rosa nach Yby Yau (sprich: ibi d’scha-u) gefahren. Ein Städtchen, ca. 120 km entfernt. Von dort aus sind es noch ein paar Kilometer bis zu dem Felsen, dessen Name ich leider nicht weiß, wenn er überhaupt einen hat.

Erstaunlich, wie sich da mitten aus dem Nichts plötzlich so ein Stück Stein erhebt. Ein bisschen erinnert es vielleicht an den großen Ayers Rock in Australien, aber dann doch eben nur die Mini-Mini Version davon.

Da nirgendwo ein Wegweiser zum Felsen zu finden war, versuchten wir über einen Feldweg etwas näher ran zu kommen. Na ja, Versuch eben. An einem Häuschen haben wir dann gefragt, ob wir unsere Fahrzeuge im Schatten abstellen dürften – was uns auch gewährt wurde – und ob die Leute wüssten, wie man auf den Berg kommt. Schulterzucken und das Deuten über die Fleder sollte uns sagen: einfach mal querfeldein und dann weiterschauen. OK, über das Feld und die Kuhweide, dann kam der fiese Teil mit Kletten, Disteln und Dornen, dann durch ein Palmenwäldchen bis wir endlich vor dem Felsbrocken standen. Und so klein sah er dann gar nicht mehr aus. Wege gab es übrigens gar keine. Nicht mal Trampelpfade, allenfalls Spuren, dass schon mal jemand da war.
Also begannen wir den Aufstieg durch Sträucher und Gestrüpp. Auf erdig, steinigem Boden. Immer aufwärts, Richtung Gipfel. Doch irgendwann gings ins Klettern über und einfach nicht mehr weiter. Also Kommando zurück und einen neuen Weg suchen. Da gings schon ein Stück weiter rauf, aber immernoch nicht ganz hoch.

Zwischendurch sind wir dann noch an einer Klapperschlange vorbei. Die leben hier und man sollte da übrigens etwas aufpassen, denn die können recht ungemütlich werden. Wir haben sie glücklicherweise rechtzeitig entdeckt und konnten einen guten Bogen um sie machen.
Beim dritten Versuch den Berg zu erklimmen, hab ich dann keine Lust mehr gehabt und mit drei weiteren der Gruppe beschlossen unten zu warten, bis die übrigen ihre Abenteuerlust gestillt hatten.

So saßen wir eine ganze Zeit am Fuße des Hügels und haben die Aussicht genossen. Land, so weit das Auge reicht. Beeindruckend.

BILDER vom Trip gibt’s HIER