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Bali Rundreise, Teil 3

Kuta- Beach

Und schon waren wieder fast zwei Wochen vergangen. Von Ubud aus fuhren wir zu unserer letzten Station auf Bali. Nach Denpasar. Hier wollten wir noch ein paar Tage ausspannen, uns nochmal sammeln für die Weiterreise nach Singapur.
Wir versuchten es noch einmal einen Strand zu finden und fuhren zielorientiert Richtung Kuta-Beach. Ein Polizei-Motorroller stoppte uns und erklärte mir, ich hätte eine rote Ampel überfahren. Blöd nur, dass weit und breit keine Ampel zu sehen war. Nun, Korruption und In-die-eigene-Tasche-wirtschaften von Polizeibeamten war uns bestens aus Südamerika bekannt und man hat als Tourist leider selten Chancen aus so einen Nummer als Gewinner hervorzugehen. Daher ist es am einfachsten und unkompliziertesten, man gibt dem Sheriff den verlangten Betrag und alles ist gut. Waren umgerechnet ca. 50.- Euro, ein ordentlicher Betrag für balinesische Verhälnisse, aber was soll’s, wir konnten weiterfahren. Den Strand haben wir an dem Abend nicht mehr gefunden aber ein nettes Restaurant in dem wir gegessen haben.

Den nächsten Tag verbrachten wir größtenteils in unserer Hotelanlage. Im Garten und am Pool. Fuhren jedoch kurz vor Sonnenuntergang noch los nach Tanah Lot. Ein „must see“ auf Bali. Tanah Lot ist ein Tempel, der auf einen Felsen im Meer gebaut ist. Er ist nur zu Fuß und bei Ebbe erreichbar, denn bei Flut schlagen hier die Wellen gegen die Felsen der Bucht.
Eigentlich wollten wir uns dort den Sonnenuntergang anschauen, doch wir verschätzten uns etwas mit der Verkehrssituation, mit der Entfernung und außerdem fuhren wir auch noch einen ungewollten Umweg. Na ja, egal, wir sahen jedenfalls die Sonne über den Reisfeldern untergehen, was auch schon sehr eindrucksvoll war, auch wenn es aus dem fahrenden Auto raus geschah. Bei Tanah Lot angekommen waren wir dann ganz froh, dass wir etwas „zu spät“ kamen, denn uns kamen Menschenmassen aus Richtung des Tempels entgegen. Ich glaube wären wir früher dort gewesen, hätten wir außer den Leuten nichts anderes gesehen. So waren nur noch wenige Besucher in der Bucht, es war Ebbe und es dämmerte noch, so dass wir doch noch ein stimmungsvolles Bild geboten bekamen.

An unserem letzten Bali Tag starteten wir einen ebenso letzten Versuch an den Strand zu kommen. Diesmal nahmen wir ein Taxi, da wir unseren Jeep am Vormittag schon wieder abgegeben hatten. Der Taxifahrer fuhr uns nun nach Kuta und endlich haben wir auch auf Bali einen schönen Strand gefunden. Satter goldgelber Sand, sauber und ordentlich mit einer netten Promenade. Viele erstklassige Hotels die hier ihre Liegen aufgebaut hatten, aber auch Einheimische, die auf dem Strandmarkt alles Mögliche anboten, vom Kühlschrankmagneten bis hin zur Ganzkörpermassage.
Wir gönnten uns einen Eiskaffee in einer Hotel-Strand-Lounge, hörten gechillte Bali-Musik und genossen den Augenblick.

Sehr früh am nächsten Morgen stiegen wir in den Flieger nach Singapur. Wieder mit Jetstar, aber diesmal hatten wir unsere Sachen so gepackt, dass wir keinen Cent an Übergepäck bezahlen mussten. Auf ins Shopping-Paradies!

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Bali Rundreise, Teil 2

Ubud Markt

Von Candidasa machten wir uns auf Richtung Ubud. Ein Ort der ziemlich zentral im Landesinneren von Bali liegt, mitten im Urwald. Ubud ist bekannt für seine schönen Märkte, für unzählige Galerien in denen (ausgesprochen gute) Kopien bekannter Meister verkauft werden und für sein Kunsthandwerk: vornehmlich Holzarbeiten, Schnitzereien und Möbel findet man hier in rauhen Mengen und zu erstaunlich günstigen Preisen.

Doch unsere Weiterfahrt begann wenig erfreulich. Wir machten auf unserem Weg nach Ubud kurz Halt in Pedang Bai. Uns wurde gesagt, es gäbe dort einen netten Strand. Also wollten wir wenigstens einen kleinen Spaziergang machen. Der Strand war, wie alle anderen Strände bisher auch, dann eher mittelmäßig und unser Spaziergang fiel dadurch auch recht kurz aus. Wir fuhren weiter zu einem Tempel den wir besichtigen wollten. Herrlich auf einem Berg gelegen, mit Blick über das Land und raus aufs Meer. Wir hatten die Anlage praktisch für uns allein und sie gab ein tolles Motiv ab. Ich hatte momentan jedoch nur die Pocket-Cam in der Tasche, ging also zurück zum Jeep, um die Spiegelreflex zu holen. Leider war sie jedoch nicht mehr an dem Platz, wo wir sie hin gepackt hatten. Wir räumten das ganze Auto aus und um, suchten an den unmöglichsten Stellen. Nichts. Unauffindbar. Einfach weg. Da auf dem Tempelberg außer uns niemand war und auch niemand gewesen ist als wir dort ankamen, muss uns die komplette Kameratasche in Pedang Bai aus dem Wagen raus geklaut worden sein. Spiegelreflexkamera, inklusive drei Objektive. Außerdem waren noch meine kleine Videocam und mein (kaputter) iPod in der Tasche. Des Weiteren ein paar Kleinigkeiten wie Akkus, Landegerät und Fernauslöser…  Glückwunsch dem Dieb für diese ausgezeichnete Beute.

Wir fuhren zurück zu dem Parkplatz wo wir das Auto abgestellt hatten. Natascha machte kurz den Parkplatzaufseher rund, der natürlich nichts bemerkt hatte, dann zeigten wir den Diebstahl bei der Polizei an, aber nur fürs Protokoll, um was schriftliches zu haben, geschehen wird diesbezüglich natürlich nichts mehr. Mir blieb nur übrig, mich leise von meinen Geräten zu verabschieden, einen Strich drunter zu machen und es eben auf meiner Verlustseite zu verbuchen. Traurig und dennoch irgendwie froh, dass nicht noch mehr geklaut wurde.

Mit etwas getrübter Stimmung fuhren wir nun –wie gesagt- nach Ubud, checkten in unser Hotel ein und gingen noch etwas bummeln um auf andere Gedanken zu kommen. Hier war wieder Leben in den Straßen und wir begannen uns wieder wohler zu fühlen.
Am nächsten Morgen wachte ich von einem merkwürdigen Geräusch auf unserem Balkon auf. Ich stand auf, zog die Gardinen zurück und sah eine ganze Handvoll Affen, die dort rumtobten. Andere saßen ganz gemütlich auf dem Geländer und schienen den schönen Ausblick zu genießen. Ein witziges Bild. Blöd für Natascha, sie hasst Affen. Sorry!
Als wir frühstücken gingen bemerkten wir, dass sich überall auf dem Gelände die Tiere rumtrieben. Auch auf der offenen Frühstücksterasse. Manche waren hier besonders dreist und versuchten den Leuten die Sachen in blitzschnellen Attacken vom Teller zu stibizen, was ihnen nicht selten sogar gelang. Auch mich griffen sie an, doch ich verteidigte meinen Pancake mit Messerund Gabel – und blieb Sieger!

Wir schlenderten durch die Märkte und durch die Einkaufstrassen, ließen uns sogar verleiten ein paar Souvenirs zu kaufen und beschlossen, uns am Abend einen traditionell balinesischen Tanz anzuschauen, der wiederum in einem alten Tempel stattfand. Eine eindrucksvolle Erfahrung in ganz besonderer Atmosphäre. Sowohl die Musik als auch die besondere Art des Tanzes und die prunkvollen Kostüme begeisterten uns sehr. Ich glaube ich habe noch nie jemanden gesehen, der sogar seine Augen tanzen lässt.

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Bali-Rundreise, Teil 1

Pura Bedugul

Bali ist nicht groß. Öffentliche Verkehrsmittel gibt es kaum und die, die es gibt, sehen nicht sonderlich vertrauenserweckend aus. Taxis hat es zwar mehr als genug, doch die Fahrer sind alle Abzocker. Von dem her war es für uns das Beste, uns einen Mietwagen zu nehmen. So waren wir unabhängig und konnten uns die Insel in unserem Tempo anschauen.
Wir hatten einen kleinen Jeep, der uns problemlos über alle Arten von Straßen brachte und auch bei den teilweise wirklich steilen und kurvigen Bergstraßen nicht schlapp machte. Das Linksfahren waren wir ja aus den vergangenen Monaten schon gewöhnt. Den chaotischen Verkehr kannten wir bereits aus Südamerika; waren somit für Bali bestens gerüstet.

Insgesamt hatte ich fünf Stationen auf unsere Rundreise gesetzt, um einen möglichst guten Überblick über die Insel zu bekommen. An jeder hielten wir uns ca. drei Tage auf, so konnten wir uns überall ein bisschen umsehen ohne totalen Reisestress zu haben.

Nachdem wir also die ersten Tage in Legian (noch ohne Auto) verbrachten, fuhren wir in den Norden. Nach Lovina Beach. Hier war es gleich wesentlich ruhiger als im umtriebigen Süden.
Auf dem Weg dorthin machten wir bei Pura Bedugul Halt und besichtigten einen buddhistischen Tempel, der dort wunderbar an einen See gebaut wurde. Es war wohl gerade Gebetszeit und so kamen wir in den Genuss zu sehen, wie hier etliche Gläubige ihre Opfer darbrachten. Durchaus interessant.

Januar ist gerade die Hauptreisezeit für Bali, so dass die Hotels zum einen sehr unausgelastet und dadurch natürlich besonders ruhig waren, zum anderen waren dadurch natürlich auch die Preise recht moderat. Man muss halt damit rechnen, dass die Sonne nicht immer runterknallt und dass es hin und wieder mal kurz regnet. Die Temperaturen sind trotzdem ständig zwischen 30 und 35 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist dafür enorm, aber auszuhalten.
Wir haben die Ruhe in der Anlage und am Pool genossen und uns einmal den Luxus einer Spa-Behandlung gegönnt. Massage, Peeling und ein gemeinsames Bad in Blumenblüten. Dazu ein heißer Ingwertee… Entspannung pur.

Weiter ging’s an die Ostküste. Nach Candidasa. Hier erwartete uns ein wunderschönes Hotel. Vier Sterne, weitläufiger Garten, großartiges Restaurant, traumhafte Sonnenuntergänge. Leider gab es keinen wirklichen Strand, was jedoch auf Grund des tollen Pools nicht tragisch war. Überhaupt: die Strände in Bali haben uns nicht umgehauen, zumal – wie ja schon erwähnt – sie alle recht schmutzig sind. Schade, aber wahr.

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Scheinbar organisiertes Chaos

Bali-Chaos

Natürlich waren wir nun gespannt auf Bali. Auf die Insel, die Leute, die Landschaft, das Essen den Straßenverkehr. Nachdem wir ja nun ziemlich genau 3 Monate in sehr ordentlichen und geregelten Ländern unterwegs waren (Neuseeland und Australien) erwartete uns nun einmal wieder ein heilloses Durcheinander, in dem trotzdem irgendwie alles funktioniert.
Auf den ersten Blick erinnerte uns Bali an Südamerika. Viele kleine Läden, in denen jeder das gleiche anbietet, aber bei jedem ist die Ware besonders gut und besonders günstig. „Look in my shop“, hört man da überall „ I give you good price, special discout…” Die Sachen sind eigentlich so schon recht günstig und mit dem Sonderrabatt kann man hier wirklich tolle Schnäppchen machen. Blöd nur, wenn man von all dem Feilgebotenen überhaupt nichts braucht und noch weniger gebrauchen kann. Trotzdem macht es Spaß sich alles ganz genau anzuschauen, vielleicht findet man ja doch noch was, wer weiß?!
Es ist ein riesiges Getümmel in den Straßen. Kleinlaster, Autos und vor allem Motorroller drücken sich in alle Richtungen in zwei bis drei Spuren durch die Fahrbahn, die in Europa eine schmale Einbahnstraße wäre. Verkehrsregeln scheint es hier nicht zu geben, oder zumindest interessieren sie niemanden. Einziges unerlässliches Mittel ist die Hupe und somit kommt man hier in den Genuss eines fortwährenden Hupkonzerts. Die Leute schieben sich auf den engen Gehwegen aneinander vorbei, entlang an den Kleider-, Tuch- und Schmuckhändlern, den CD/ DVD-Fälschern und –Kopierern und den unzähligen kleinen Straßenrestaurants. Und es kommt einem so vor, als sei hier sieben Tage die Woche 24 Stunden Highlife.

Wir bahnten uns nun also unseren Weg durch all das Beschriebene, bis wir irgendwann an den Strand von Legian kamen. Ein langer, recht breiter Sandstrand mit tollen Wellen. Sicherlich klasse zum Surfen und Wellenreiten, weniger geeignet zum simplen baden, wenngleich auch das viele hier taten. Was wir jedoch schade fanden, war, dass der Strand leider ziemlich schmutzig war. Viel Plastikmüll, angeschwemmtes Strandgut und sonstiger Abfall nahmen dem eigentlich netten Fleckchen ganz schön seine Attraktivität.
Und so machten wir hier lediglich einen immer noch schönen Spaziergang, aßen auf dem Rückweg eine Kleinigkeit und lernten dann im Hotel noch ein interessantes Ehepaar kennen: ursprünglich aus der Türkei, lange Zeit in Deutschland gelebt und jetzt in Australien ansässig. Mit ihnen verbrachten wir den Abend bei einem gemütlichen Bier und guten Gesprächen.

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Nach Bali

Jetstar

Unser Flug von Sydney nach Bali ging am späten Nachmittag, so dass wir ausschlafen, gemütlich packen und sogar noch einen kleinen Spaziergang zur Harbour Bridge und zum Luna Park machen konnten.  Dann setzten wir uns in die „S-Bahn“ und fuhren zum Flughafen.

Die Idee nach Bali zu fliegen, kam übrigens von unseren Schweizern, Pascal und Monique (seid gegrüßt ;-)), die die Insel auf ihrer Tour auch besuchten und nur Gutes zu berichten hatten.
Doch Natascha wollte mit der Planung nichts zu tun haben, so dass sie alles komplett mir überließ. Sie wollte sich einfach überraschen lassen. Also habe ich mich mal etwas reingehängt und eine nette 3-Wochen Rundreise zusammengestellt.

Wir flogen mit Jetstar, einer Tochtergesellschaft der Qantas, die das Billigreisesegment für den Asia-Australischen Raum abdeckt. Und es ist wie mit allen Billigfliegern: der Preis scheint zunächst unschlagbar günstig zu sein, doch dann kommen die Zusatzkosten. Man darf eigentlich für alles extra bezahlen: Gepäck, Essen, Bordentertainment…
Und so kam es, dass wir direkt beim Einchecken mal wieder zur Kasse gebeten wurden, weil wir einige Kilo an Übergepäck hatten. Leider reagierten wir nicht schnell genug uns die Gepäckstücke nochmal aushändigen zu lassen um das eine oder andere Kilo noch ins Handgepäck umzuschichten, sondern bezahlten einfach was wir schuldig waren und ärgerten uns…

Trotzdem, der Flug war okay und wir kamen wohlbehalten in Denpasar an. Es war schon relativ spät am Abend. Zumindest war dunkel draußen, und als wir dann das Flughafengebäude verließen, kam es uns vor, als liefen wir gegeneine Wand aus Hitze und Feuchtigkeit. Ich glaube, es dauerte keine Minute und ich war klatschnass geschwitzt. Dann kam noch das Diskutieren mit den Taxifahrern um den Fahrpreis. Doch schließlich saßen wir in einem klimatisierten Auto und konnten uns zu unserem Hotel fahren lassen. Das Berry Hotel. Der Name hielt was er versprach: alles in quitschebunten Beerenfarben gehalten, aber richtig cool. Ein recht neues, ordentliches Hotel. Junge, überaus freundliche und hilfsbereite Belegschaft. Schönes Frühstücksbüffet und Pool im Innenhof. Hier konnte man es für ein paar Tage aushalten.