Mitfahrzentrale Rachel

25. Dezember 2011 Von Kai

Wir legten in Picton an und waren mehr als glücklich das Schiff endlich verlassen zu dürfen. Doch nun standen wir immer noch vor unserem Mobilitätsproblem.
Durch die Verspätung der Fähre war mittlerweile Eile geboten, da sämtliche Mietwagenstationen in Picton eigentlich schon lang geschlossen hatten. Sie mussten aber zumindest auf die Kunden warten, die einen Wagen reserviert hatten (zu denen wir ja leider nicht gehörten). Dennoch klapperten wir einen Vermieter nach dem anderen ab und bekamen überall dasselbe zu hören: entweder „Wir haben keine Autos mehr zur Verfügung“ oder „Wir vermieten nur für mindestens drei Tage“ und „…wenn Sie das Auto hier mieten und in Christchurch abgeben, kommt noch die Einweg-Gebühr obendrauf“. Das war so frustrierend. Was sollen wir mit einem Auto für drei Tage, wo wir doch am nächsten Tag schon unseren Campervan bestellt hatten? Aber wir mussten eben unbedingt noch am selben Tag nach Christchurch.
So langsam hatten alle anderen Vorbesteller ihre Autos bekommen, nur ein junger Mann irrte noch ähnlich verzweifelt umher, wie wir das taten. Also sprach ich ihn an, ob er auch noch einen Wagen brauchte, was er bejahte. Und wo er denn hin müsse? „Nach Christchurch.“ Cool, und dann? Nichts und dann, er wohne dort. Perfekt! So schien es doch noch eine Lösung für unser Problem zu geben: wir mieteten ein Auto für drei Tage, teilten die Kosten durch drei und konnten am nächsten Tag unseren Camper holen, während Iuben (so hieß unsere neue Bekanntschaft) den Mietwagen zum fälligen Zeitpunkt wieder in Christchurch abgab. Das Ganze hat uns zwar ein paar NZ-Dollar gekostet, war aber für uns alle eine akzeptable Lösung.

Spaßig wurde jetzt noch das Beladen unseres Gefährts. Es war ein nagelneuer Toyota Yaris(!), gerade mal 37 km auf dem Tacho. Ein 3-Türer. Natascha und ich mit „Weltreisegepäck“ und Iuben – ein Hobby-DJ – mit Reisetasche und großem Turntable-Koffer. Ich weiß nicht, wie wir es geschafft haben alles in diese kleine Karre rein zu bekommen, aber was muss das muss und so konnten wir uns endlich auf die Fahrt nach Christchurch machen, wo wir etwa um Mitternacht ankamen.
Wir brachten Iuben heim und bezogen selbst Quartier in einer Jugendherberge. Am nächsten Morgen fuhren wir unseren Camper holen und brachten dann den Yaris wieder zu unserem Mitfahr-DJ, der ihn zwei Tage später ordnungsgemäß zur Autovermietung zurückbrachte. Alles war wieder gut!