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Mülltrennung und anderes…

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Viele Dinge funktionieren in Paraguay etwas anders als in Deutschland.
So haben wir hier in unserem Häuschen zum Beispiel keine Fensterscheiben. Nur Fensterläden außen und ein Holzrahmen mit Moskitonetz innen. (Schließlich noch ein verschraubtes Stahlgitter um die Einbrecher und Diebe fern zu halten.) Da wir hier nun Herbst haben, werden die Temperaturen in der Nacht doch deutlich kühler, so dass wir froh sind, dass wir unsere warm gebenden Schlafsäcke dabei haben.

Strom haben wir eigentlich immer, auch wenn das Licht ab und an mal etwas flackert und nicht die ganze Leuchtkraft abgibt.
Ähnlich ist es mit dem Wasser. Es gibt immer welches, aber je nach Tageszeit ist der Wasserdruck stärker oder schwächer. (Meistens ist er eher schwächer ;-).)

Warmwasser gibt es lediglich in der Dusche. Und wie das warm gemacht wird will ich eigentlich gar nicht wissen. Vom Duschkopf gehen zwei Kabel in die Decke, zweimal fachmännisch verlängert und mit Isolierband verklebt. Am Duschkopf selbst ist ein Schalter mit drei Positionen: mittel – kalt – warm.

Bevor man das Wasser andreht muss man den Schalter auf den gewünschten Wärmegrad stellen, denn sobald das Wasser läuft sollte man den Duschkopf nicht mehr anfassen, sonst bekommt man eine gewischt.

Auch an die Toilette muss man sich erst etwas gewöhnen bzw. daran, dass man sein Papier „hinterher“ nicht mit in die Schüssel werfen darf, weil man sonst das Rohr verstopft, sondern in einen kleinen Eimer neben dem Klo.

Schön ist, dass man auch in Santa Rosa Mülltrennung betreibt. Doch unter Mülltrennung versteht man hier ein bisschen was anderes als in Deutschland. Hier trennt man in drei Kategorien: Bio – brennbar – nicht brennbar
Bio ist klar: Organisches, Essensreste und -abfälle. Ist das Schälchen voll bringt man es hinters Haus und wirft es in ein großes Loch. (Da wachsen in der Zwischenzeit Kürbisse und ein Papayabaum raus.)
Nicht brennbar ist lediglich Glas und Metall. Flaschen, Alu und Dosen. Wir sammeln es hier in einem extra Eimer, wie es letztendlich entsorgt wird, weiß ich noch nicht.
Alles andere ist brennbar! Kunststoffe und Plastik, Tetrapacks, Papier, so auch das Papier, das neben dem Klo in dem Eimer ist. Alle zwei bis drei Tage geht man dann hinter das Haus, wo auch die „Kompostgrube“ ist und macht ein kleines Feuerchen. So einfach und unkompliziert geht das hier mit der Müllentsorgung :-).

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Unser neues Heim

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In Santa Rosa angekommen wurde ich an der Cruze – so heißt hier die Schnellstraße an der der Bus einfach kurz hält und einen aussteigen lässt – von Andrea mit dem Auto abgeholt. Mit ihm werden wir die nächsten Wochen das Haus teilen. Andrea ist ein Münchner mit italienischen Wurzeln, der seit einiger Zeit in Paraguay ist. Hier lernt er per Skype mit und von seiner brasilianischen Freundin (sie ist in Sao Paulo) portugisisch. Und das auf spanisch. Alles klar?

Santa Rosa ist wieder eine etwas größereStadt, im Vergleich zu Asunción aber winzig. Hier geht eigentlich nur eine (geteerte) Straße durch. Alles, was sonst von der Cruze abgeht, sind rote Sandpisten. Das ist eine recht staubige Angelegenheit. Und wenn hier am Abend die Sonne untergeht kommt man sich vor wie Django im Wilden Weste(r)n: sehr cool :-).

Wir fuhren also „nach Hause“. Hier bewohnen wir nun ein kleines, bescheidenes Häuschen. Aber eigener Garten drumrum. Eine Bananenpalme die bald reife Früchte trägt und jeden Abend einen wunderschönen Sonnenuntergang.
Das Haus selber erinnert mich an meine WG-Zeiten als Student. Doch es hat alles was man braucht: kleine Küche mit Essecke, kleines Bad, jeder sein eigenes Zimmer, eine überdachte, schattige Terasse zum draußen sitzen und Internetanschluss.
Der nächste Supermarkt ist in ca. 10 Minuten zu Fuß zu erreichen. Was will man mehr? Von hier aus werden Natascha und ich nun in nächster Zeit unsere Erkundungstouren machen.

Am Freitag bin ich übrigens wieder mit dem Bus zurück nach Asunción gefahren, um Natascha und unser übriges Gepäck nach Santa Rosa zu holen. In der Zwischenzeit sind wir also wieder beisammen, hier in Santa Rosa. Und es fühlt sich gut an… :-)!

Mehr NEUE BILDER gibt’s HIER!

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Nach Santa Rosa

Palmenwald

So, zunächst mal dankt Natascha für die vielen lieben gute Besserungswünsche. Sie hat sich mittlerweile etwas erholt, auch wenn sie noch immer nicht ganz gesund ist. Am Mittwoch bin ich daher erst mal allein nach Santa Rosa gefahren, wo wir ja bereits von Freunden erwartet wurden. So konnte ich einen guten Teil unserers Gepäcks schon mal dort abliefern.Natascha fühlte sich noch nicht wirklich transportfähig, wollte aber auch nicht, dass ich nur dasitze, die Zeit totschlage und Händchen halte. Und ehrlich gesagt, langsam aber sicher wär mir auch die Decke auf den Kopf gefallen und so machte ich schon mal auf den Weg

Santa Rosa liegt ca. 4,5 Busstunden nördlich von Asunción. Die Strecke habe ich in einem konfortablen Reisebus zurück gelegt. Voll klimatisiert. Angenehme Sitze. Ordentliche Beinfreiheit und während der ganzen Fahrt Eddie Murphy Filme auf dem Bordfernseher. (Komisch: der spricht hier spanisch 😉 ?!)
Die Fahrt hat 50.000 Guaranies gekostet, was umgerechnet nicht ganz 10.- Euro entspricht.

Nachdem wir dann doch zwei Wochen in Asunción verbracht haben, tat es gut mal wieder aus der Stadt raus zu kommen. Die erste Stunde der Fahrt war zwar noch ziemlich städtisch, doch dann lag plötzlich Paraguay vor mir:
Leicht hügeliges Land, viel Weide mit Rindern, teilweise Sumpfgebiete, dann wieder Strecken die fast ein bisschen an den Schwarzwald erinnern, nur dass die Tannen hier Palmen sind. Was mich ja besonders fasziniert hat, war die rote Erde die es hier gibt. Die sieht so fruchtbar aus, als würde hier alles von alleine wachsen.(Was es natürlich nicht tut. Ein bisschen muß man schon noch selber machen und genau das ist wohl das Problem des Paraguayers: er ist nicht sehr arbeitsam um nicht faul zu sagen.

An der Straße sind immer wieder kleine Ortschaften in denen sowohl Passagiere als auch fliegende Händler zusteigen, die dann alles nur erdenkliche im Bus verkaufen. Vom Schnitzelbrötchen über Getränke bis hin zu DVDs, Taschenlampen und Unterhosen. Und es ist egal wie voll der Bus ist. Selbst wenn der Gang voll mit Leuten steht – die Händler drücken sich durch. Beim nächsten Halt steigen sie dann wieder aus, dafür kommen neue rein. Das geht so über die komplette Distanz. Sehr witzig.

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Auf dem Cerro Lambaré

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Heute habe ich mal einen kleinen Ausflug allein gemacht. Natascha hatte ziemlich Kopfschmerzen und hatte in der Nacht auch etwas Fieber bekommen. Daher zog sie es vor zu Hause zu bleiben, um schnell wieder gesund zu werden. Vielleicht könnt ihr ihr ja alle gute Besserungswünsche als Kommentar hinterlassen, dann geht’s bestimmt schneller.

Jedenfalls bin ich von unserer Bleibe aus losgelaufen. Zum Cerro Lambaré. Ein Berg –  im Schwarzwald würde man es wohl ein Hügelchen nennen – von dem man eine nette Aussicht über Asunción und den Fluss Paraguay hat. Doch hier ist es immerhin die höchste Erhebung in und um Asuncion.

In etwa 25 Minuten hatte ich den Gipfel erreicht. Da ist ein Denkmal aufgestellt, das dem früheren Indianderhäuptling Casique Lambaré gewidmet ist.

Hier ist, was Wikipedia über den Cerro Lambaré sagt:

Cerro Lambaré: Asuncións höchste Erhebung liegt an der Stadtgrenze zwischen Asunción und Lambaré, 12 Kilometer Luftlinie vom Stadtzentrum entfernt. Von hier aus hat man einen ausschweifenden Blick über die Stadt. Auf der Spitze des Cerro Lambarés steht eine Stele. Um diese Stele herum waren der Cacique Lambaré, als auch Präsident Stroessner überlebensgroß verewigt. 1989, mit dem Sturz Stroessners, wurde auch seine Statue entfernt. Der Cerro Lambaré ist leicht zu erwandern, allerdings nur über die Zufahrtsstraße.

Der Weg nach oben war zwar nicht sonderlich weit, aber dennoch schweißtreibend, da:
1. die Steigung der Zufahrtsstrasse doch ganz ordentlich war und
2. die Außentemperatur mal wiedere satte 36°C betrug.

Doch der Aufstieg hat sich gelohnt, denn die Aussicht die man hatte, war wirklich sehr schön. Auch hier konnte man wieder feststellen, dass Asunción keine Hauptstadt mit großem Businesszentrum ist. Keine mächtige Skyline die sich hier erhebt. Es ist eher flachgehalten und wegen der vielen Bäume sieht man sogar kaum Dächer.

Der Weg zurück war nun weniger anstrengend. Und als ich dann mal so nach oben in die Bäume schaute, unter denen ich da hinabspazierte, sah ich, dass diese über und über mit Spinnennetzen bedeckt sind. Unendlich viele kunstvoll gewobene Netzte. Und die 8-beinigen Zeitgenossen, die darin saßen, waren so groß wie Untertassen.
Da war ich doch heil froh, dass die Tierchen alle ganz brav da geblieben sind wo sie hingehörten während ich nach Hause ging.

Alle BILDER vom Ausflug gibt’s HIER!

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Unterwegs in Asunción

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Ich hab es ja bereits erwähnt: der paraguayische Verkehr ist was ganz Besonderes. Jeder fährt wie er grade lustig ist. Geschwindigkeitslimits scheint es nicht zu geben.Verkehrsschilder gibt es eigentlich gar nicht. Wennman jemanden fragt, wie die Strasse heißt in der er wohnt, erntet man meistens nur ein Achselzucken, ist ja auch nicht so wichtig, denn Post kommt wohl auch keine.

  • Mittelstreifen auf der Strasse? Höchst selten. So passen dann auch schon mal drei Autos nebeneinander auf eine einspurige Strasse.
  • Was, die Ampel war rot? War da eine Ampel?
  • Oh nein, mein Auto muss in die Werkstatt, meine Hupe ist kaputt!

So, oder so ähnlich geht das hier ab.

Asunción hat den Ruf, die grünste Hauptstadt der Welt zu sein. Scheinbar zu recht, aber nicht, weil es hier besonders viele schön angelegte Parks gibt, sondern weil die Bäume und das Grünzeug hier einfach wachsen dürfen. Da kümmert man sich nicht sonderlich drum. Das Gute daran ist natürlich der Schatten, den all das Gewächs dann bietet.
Halt, kurze Korrektur: die Fikus Benjamini, die hier auch wie Unkraut wuchern, sind immer drollig zurechtgestutzt, das isses dann aber auch.

 

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Regen

Auch hier in Asunción scheint nicht nur die Sonne.

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Asuncion – unsere erste größere Station

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Wir landeten gegen 11:30 Uhr. Hatten etwas Verspätung weil wohl irgendwo was mit dem Gepäck nicht gepasst hatte. Egal, wir waren am Ziel. Unser Gepäck war komplett vorhanden und wie versprochen, stand Rainer am Ausgang und hat uns abgeholt.

Als wir das Flughafengebäude verließen, hatten wir erst mal das Gefühl gegen eine Wand zu laufen: ca. 30°C und 80% Luftfeuchtigkeit. Willkommen in den Tropen! Nachdem unsere Rucksäcke in dem SUV verstaut waren bekamen wir gleich mal den Beweis dafür, dass es in Paraguay zwar Verkehrsregeln gibt, sich aber niemand wirklich darum schert. Jeder fährt wie er will. Doch gefährlich wird es eigentlich nur, wenn am Auto die Hupe nicht funktioniert. Die Fahrt war somit ziemlich aufregend. Und da wir ans andere Ende der Stadt mussten, haben wir gleich eine ganze Menge gesehen. Was uns gleich auffiel, war, dass die Stadt wahnsinnig grün ist, sehr lebendig und voller Gegensätze. Hier ist die Luxusvilla neben der Wellblechhütte, der D&G Shop neben dem Straßenkiosk des Schuh- und Schlüsselmachers und von der perfekt geteerten 4-spurigen Hauptstraße biegt man in die Kopfstein gepflasterte Seitenstraße ein, bei der sich jeder Stoßdämpfer freut, endlich was arbeiten zu dürfen.

Wir sind hier nun privat untergekommen. Bei Erna, eine Deutsche, die hier seit vielen Jahren lebt. Und da die Welt ja bekanntlich klein ist, haben wir sehr schnell festgestellt, dass wir gemeinsame Freunde haben. Was ein Zufall?! Erna hat 2 Hunde (Boxer) und 17 Papageien. Hier ist also immer was los…
Wir haben hier unser eigenes Zimmer, unser eigenes Bad und unsere eigene Küche… Wir fühlen uns superwohl und werden bestimmt für eine Woche bleiben. Jedenfalls waren wir heute in einem genialen Supermarkt einkaufen und haben uns mit Vorräten eingedeckt.

Und auch hier wieder haben wir das Online-Problem. Wir haben zwar das LAN Kabel in der Küche, bekommen aber keine Internetverbindung. Wir werden morgen mal schauen, was da los ist und hoffen, dass wir dann endlich bloggen können.

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