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Vomex die Zweite

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Ein stürmischer Tag in Wellington. Heute geht unsere Fähre Richtung  Südinsel. Das Wetter: stürmisch und eisig kalt. Wir begeben uns zum Hafen um unsere Sachen einzuchecken und die Fähre in Augenschein zu nehmen.
Trotz des Sturms liegt die riesige Fähre wie ein Brett im Hafen und wir atmen erleichtert auf. Dem Schiff kann keine Welle etwas anhaben und die Überfahrt wird wohl ruhig werden.
Nach einem kurzen Frühstück in der Stadt geht es los. Sollte es losgehen aber unsere Fähre legt wegen starkem Seegang mit einer halben Stunde Verspätung ab. Bei der Durchsage „schwerer Seegang“ schlucken wir schon mal. Eine halbe Stunde später sieht man am Bug des Schiffes nichts mehr als eine Wellenwand und die Fähre schlingert bedrohlich. Also: Vomex! Die Wirkung lässt diesmal sehr lange auf sich warten und obwohl der Seegang so stark ist sitzen wir lieber draußen nachdem die ersten Mitreisenden in den Kabinen das Würgen anfangen. Ich habe mich sicherheitshalber mal mit einer Plastiktüte ausgestattet – man will ja nichts schmutzig machen.
Das Meer beruhigt sich schlagartig als wir in die Malbourough Sounds einbiegen. In dem Fjord das nach Picton führt ist alles ruhig und wir schlafen – Vomex sei Dank- völlig erschöpft in unseren Sitzen ein.

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Wellington – charmante Hauptstadt

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Unsere Fahrt nach Wellington dauerte erwartungsgemäß lang. Wieder einmal hatten wir über unseren Lieblingsanbieter hotels.com ein Quartier vorgebucht, um uns stundenlanges Suchen vor Ort zu ersparen. Als wir nach Wellington einfuhren, stellten wir jedoch fest, dass keiner von uns beiden so schlau war, sich die Adresse des Hotels zu merken, was zur Folge hatte, dass wir erst mal ein Internetplätzchen suchen mussten um zu unserem Hotel zu finden.
Das gelang uns schließlich auch und wir bezogen Zimmer Nummer 417 (genauso fühlte es sich mittlerweile auch an). In der vierten Etage. Geräumig, sauberes Bad, großes Fenster und bequemes Bett. Da kann man schon mal drüber weg sehen, dass sich die Tapete von den Wänden löste…

Hier war unsere letzte Station auf der Nordinsel Neuseelands und hier blieben wir zwei Tage, um dann die Fähre auf die Südinsel zu nehmen.
Vorher schauten wir uns noch die Stadt etwas genauer an. Ein hübsches Städtchen und wir nannten es gleich das „San Francisco Neuseelands“. Zum einen, weil hier viele hübsche Häuschen stehen, die uns vom Baustil sehr an SF erinnerten, zum anderen, weil es auch hier sehr hügelig ist. Und nicht zuletzt deswegen, weil Wellington – genauso wie San Francisco – in höchstem Maße erdbebengefährdet ist, denn ziemlich genau über dem Stadtzentrum schieben sich die pazifische und die australische Kontinentalplatten übereinander, was früher oder später ganz schön zu rumpeln verspricht.
Auch sonst ist Wellington echt nett und nicht umsonst wird es das kulturelle Zentrum Neuseelands genannt. Hier treffen sich Businessleute und Künstler, Studenten und Lebenskünstler, Hausbesetzer und Touristen. Es gibt viele Theater und hohe Bürokomplexe, eine große Einkaufsmeile für die besser betuchten, ein alternatives Viertel mit abgefahrenen Läden für die noch abgefahreneren Leute, die hier leben, und jede Menge Bars, Restaurants, Pubs und Kneipen. Wellington macht Spaß!
Nur das Wetter war ziemlich durchwachsen. Es war ziemlich nasskalt und mal wieder sehr windig, aber das waren wir ja in der Zwischenzeit von Neuseeland gewohnt. Aber nun wurde uns auch klar, warum Gummistiefel auf Englisch „Wellington“ – kurz „Welli“ – genannt wird.

Wir schauten uns also alles ein bisschen an und kümmerten uns dann um einen Mietwagen für die Südinsel, mit dem wir von Picton (wo unsere Fähre anlegte) nach Christchurch fahren wollten um dort unseren bereits gebuchten Campervan zu übernehmen. Den Nordinselwagen mussten wir noch in Wellington abgeben, wir wollten uns die Transportkosten für das Auto auf der Fähre sparen.
Nun standen wir vor einem Problem: Scheinbar hatte keine Autovermietung in Picton mehr verfügbare Autos  und die, die welche hatten, hatten eine Mindestbuchungsdauer von vier Tagen. Wir brauchten den Wagen aber nur für einen Tag! Wie gesagt: um nach Christchurch zu kommen. Eine schnelle Lösung für dieses Problem schien es nicht zu geben, daher bestiegen wir einfach mal die Fähre und ließen alles Weitere auf uns zukommen. Wird sich schon alles weisen. Und hier begann gleich ein neues Abenteuer…

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Tongariro Nationalpark – Napier – Wellington

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In Taupo blieben wir zwei Nächte. Wollten uns einfach einmal wieder etwas ausruhen. Wir hatten ein Hotel direkt am Lake Taupo und wir waren froh in diesem blockhausartigen Gebäude zu sein, weil draußen ein wahnsinniger Wind ging. Nicht einmal ein kleiner Spaziergang war an dem Tag mehr möglich.
Am nächsten Tag schien die Sonne und wir konnten von Taupo aus den schneebedeckten Ruhapehu (2797m) sehen. Ein wunderschöner Anblick. Und somit machten wir uns auf den Weg in den Tongariro Nationalpark. Immer am Ufer des Lake Taupo entlang. Wir genossen die gemütliche Fahrt und ließen uns auch nicht von irgendwelchen Neuseeländern beirren, die uns beim Überholen  ihr nacktes Hinterteil aus dem Autofenster entgegen streckten.
Der Tongariro Nationalpark ist ein beliebtes Ziel für Wintersportler, die – wenn es in Europa Sommer wird – nach Neuseeland kommen und hier weiter trainieren. Als wir hier waren, war jedoch die neuseeländische  Wintersaison (zum Glück) doch vorbei. Aber Schnee liegt hier ganzjährig!
Wir entschieden uns für eine „kleine“ Wanderung. Und, man glaubt es kaum, sie ging zu einem Wasserfall. Die Taranaki Falls. Ein angenehmer Weg ohne größere Steigungen oder Kletterpartien. Einfach, und dennoch wunderschön.

Noch am selben Tag hatten wir einige Kilometer Fahrstrecke zurückzulegen, da wir uns tags darauf Napier anschauen wollten. Wir hatten – wie eigentlich immer – schon im Voraus ein Hotelzimmer über’s Internet gebucht. Diesmal in Hastings, etwa 20 km außerhalb von Napier.
Kurvige Bergstraßen verlangsamten unsere Fahrt etwas, so dass wir erst relativ spät in Hastings ankamen, aber wir haben es geschafft.

Am nächsten Morgen fuhren wir nach Napier einer netten kleinen Stadt an der Ostküste der Nordinsel Neuseelands und ist bekannt dafür, meistens gutes Wetter zu haben.  Korrekt, denn auch an diesem Tag strahlte die Sonne und es war richtig schönes T-Shirt und kurze Hosen Wetter. Wir hielten irgendwo am steinigen Strand und frühstückten zum Klang der Wellen.
Anschließend ging’s in die City, ein bisschen durch die Fußgängerzone schlendern und die hübschen Art Déco Häuschen bestaunen, sich ein kleines Schächtelchen Sushi genehmigen um dann auch schon wieder auf die Reise nach Wellington aufzubrechen. Nach der Fahrt nach Napier wollten wir an diesem Tag etwas früher an unserem Ziel sein. Vor uns lagen 330km. Und das kann sich in Neuseeland ganz schön ziehen.

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Paihia – Rotorua – Taupo

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An unserem letzten Tag in Paihia haben wir noch eine kleine Wanderung unternommen. Es ging mal wieder zu einem Wasserfall – naja, ein Fällchen – die Haruru Falls. Die waren jetzt nicht sonderlich spannend, aber der Weg war schön. Durch Mangrovenhaine und durch Felder wild wachsender Calas. Am Wasserfallwaren dann die Möwen das Interessanteste. So verweilten wir kurz und gingen den selben Pfad zurück um anschließend wieder Richtung Auckland zu fahren, wo wir die Nacht verbrachten.

Tags darauf fuhren wir weiter nach Rotorua, wo wir ein Zimmer in einem Backpacker Hostel gebucht hatten. Wow, wenn der Raum 6m² hatte, war’s viel. Da hat man die Türe aufgemacht und konnte sich ins Bett fallen lassen. Mehr war da auch nicht. Am Abend sind wir noch ins SPA gegangen. Auch das war etwas gewöhnungsbedürftig. Rotorua ist bekannt für seine geothermische Aktivität. Hier sind überall kleine Geysire und heiße  Quellen, brodelnde Tümpel und die Luft ist erfüllt vom Schwefelgeruch.
Hell’s Gate ist ein „Park“, wo man diese Aktivitäten genauer besichtigen kann. Das sieht echt abgefahren aus. Wie auf einem anderen Planeten.  Das Wasser in den Teichen köchelt und dampft vor sich hin. Schlammlöcher blubbern und pupsen und ringsherum sind bizarre Stein- und Felsformationen. Es dauert ein bisschen, bis man sich an den Geruch gewöhnt hat, aber dann macht’s Spass.
Auch der Mount Tarawera ist hier ums Eck. Ein Vulkan, der 1886 zuletzt ausbrach und die Gegend etwas umgestaltete. Die Fahrt dorthin ging durch dichten Wald, riesige Farne und Bäume, bis man am Lake Tarawera den Blick auf den Vulkan präsentiert bekommt. Mal wieder sehr beeindruckend.

Wir fuhren noch weiter bis Taupo machten aber zwischendurch noch an weiteren Wasserfällen Halt: den Huka Falls. Hier ist mächtig Druck dahinter, denn Wasser, das sich vorher auf einen 100m breiten Fluss verteilt, muss sich nun durch eine 15m breite Schlucht pressen. Ein toller Sound und ein schönes Schauspiel. Die Farbe des Wassers ist eisblau.

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Vomex ahoi – oder eine Seefahrt die ist lustig

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Wir sind in der wunderschönen Bay of  Islands und wie es der Name schon vermuten lässt, hier reiht sich eine  schicke kleine Insel an die nächste. Und wie könnte man die Bay stillvoller erkunden, als mit einem Segelschiff.
Wir hatten das Schiff – die R. Tucker Thompson – auf einem Flyer gesehen und waren von dem Schoner sofort begeistert. Die Anmeldung ist simpel, die Crew super-sympathisch , das Schiff ein Traum und das Wetter stürmisch. Der ideale Tag zum Segeln wird uns noch versichert als die Plattform zum Schiff verdächtig wankt.
Wir setzen uns in Bewegung, das Schiff pflügt sich durch die Wellen – wir sind begeistert! Ein kleines Frühstück wird gereicht – Scons  mit Sahne (Doppelrahmstufe) und Marmelade, ein bisschen Tee dazu  – perfekt!
Die Segel werden gesetzt und wir nehmen Fahrt auf. Nach einer halben Stunde frage ich den verdächtig still gewordenen Kai ob ihm das Segeln gefällt. „Yhooo“ meint er noch, schon leicht blass, wie ich finde. Nach weiteren 15 Minuten beschließe ich MICH mal ganz fest auf die Horizont-Linie zu konzentrieren und nicht auf den Schon, dem das Geschauckel  zu viel ist und der mit aller Macht wieder nach draußen will. Nach weiteren 10 Minuten sind  Kai und ich uns einig: wir werden gleich sterben.
Glücklicherweise machen wir an einer Insel halt und während der Rest der Gruppe einen kleinen Berg erklimmt („da hat man eine sagenhaft schöne Aussicht“) liegen Kai und ich halb ohnmächtig am Strand.
Es gibt keinen Zugang zum Festland, also heißt das auf jeden Fall zurück aufs Schiff. Unsere letzte Rettung sind jetzt Vomex. Wohlgemerkt Zäpfchen (was technisch gesehen ja auch irgendwie Sinn macht …), die ich für den Fall der Fälle eingepackt hatte. Rein  damit und man sehe und staune: Eine halbe Stunde später sind wir wiederhergestellt und können den Rest der Fahrt inklusive leckerem BBQ wirklich genießen.

Wieder zurück im Hafen lässt die Wirkung des Medikaments langsam nach und wir schaukeln noch  den Rest des Abends. Künftige Seereisen ausgeschlossen!

Bilder vom Segeltörn gibt’s HIER!

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Bay of Islands

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Von Auckland aus ging es nun etwas in den Norden. An die Bay of Islands, die an der Ostküste der Nordinsel liegt. Eine wunderschöne Bucht mit vielen kleinen vorgelagerten kleineren Inseln. Dort wollten wir ein paar Tage bleiben und von da aus ein paar Ausflüge starten. Wir fanden ein ausgesprochen schönes, sauberes und modernes Motel in Paihia, das zudem noch recht günstig war. Es wäre wahrscheinlich richtiger es als kleines Apartment zu bezeichnen. Zu unserer Freude mit voll ausgestatteter kleiner Küche; inklusive Spülmaschine. Also erst mal in den Supermarkt (Countdown) und Steaks holen. Lecker Abendessen!
Tags darauf planten wir unsere erste Tour. Wir wollten den ganzen Norden abklappern. Ziel sollte dabei Cape Reinga sein, der nördlichste Zipfel der Insel. Da soll ein Leuchtturm stehen und scheinbar hat man da eine fantastische Aussicht. Wir sind also ca. 3,5 Stunden dort hin gefahren und es hat nur geschüttet und geblasen. Am Cape angekommen, haben wir es uns dennoch nicht nehmen lassen auszusteigen, was wir besser hätten bleiben lassen, denn wir waren innerhalb von 5 Sekunden nass bis auf die Haut. Und weil es zu allem Übel auch noch so neblig war, haben wir weder den Leuchtturm noch irgendwas von der Aussicht gesehen. Naja, aber wir waren dort und haben es versucht!
Uns blieb nichts anderes übrig, als den ganzen Weg zurückzufahren und zu hoffen, dass die nächsten Tage wettermäßig besser werden. Die Vorhersage gab uns wenigstens Hoffnung.

Trotzdem, Bilder vom Trip gibt’s HIER!

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Leuchtturm im Nebel

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Wir wollen Neuseeland von Norden nach Süden erkunden mit dem ehrgeizigen Ziel das auch wörtlich zu nehmen. Der nördlichste Zipfel Neuseelands ist Cape Reinga, ein Fels in der Brandung und oben drauf ein Leuchtturm , das Fotomotiv schlechthin.  Als wir losfahren, ist  der Himmel grau und ein leichter Wind zieht auf, aber wir haben ja schon gelernt, dass sich das Wetter in Neuseeland von einer Stunde zur nächsten komplett ändern kann. Wir sind also positiv- das wird schon! Auf unserem Weg halten wir an einem Strand und machen Bilder der mittlerweile sturmgepeitschten Brandung. Die Möwen haben wegen des Sturms echte Startschwierigkeiten und auch wir müssen uns ganz schön in den Wind legen. Nach mehreren Stunden Fahrt durch eine immer dichter werdende Nebelsuppe kommen wir am Cape Reigna an. Der Nebel hat sich zu einer  Wand verdichtet aber nun sind wir schon mal hier also wollen auch den Leuchtturm sehen. Ein Schild erklärt uns den Weg, den wir wegen des Nebels aber nicht finden können. Egal! Wir stapfen also  ziemlich orientierungslos los. Und landen auf einem  weiteren Parkplatz. Andere Touristen in Shorts und Regenjacke laufen verwirrt  auf der Suche nach dem Leuchtturm über den Platz. Wenigstens sind wir nicht die einzigen Deppen. Mittlerweile hat ein starker Regen eingesetzt und wir sind nass bis auf die Haut. Kein Happy End für uns an diesem Tag: wegen dichten Nebels konnten wir den Leuchtturm leider nicht finden.

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