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Scheinbar organisiertes Chaos

Bali-Chaos

Natürlich waren wir nun gespannt auf Bali. Auf die Insel, die Leute, die Landschaft, das Essen den Straßenverkehr. Nachdem wir ja nun ziemlich genau 3 Monate in sehr ordentlichen und geregelten Ländern unterwegs waren (Neuseeland und Australien) erwartete uns nun einmal wieder ein heilloses Durcheinander, in dem trotzdem irgendwie alles funktioniert.
Auf den ersten Blick erinnerte uns Bali an Südamerika. Viele kleine Läden, in denen jeder das gleiche anbietet, aber bei jedem ist die Ware besonders gut und besonders günstig. „Look in my shop“, hört man da überall „ I give you good price, special discout…” Die Sachen sind eigentlich so schon recht günstig und mit dem Sonderrabatt kann man hier wirklich tolle Schnäppchen machen. Blöd nur, wenn man von all dem Feilgebotenen überhaupt nichts braucht und noch weniger gebrauchen kann. Trotzdem macht es Spaß sich alles ganz genau anzuschauen, vielleicht findet man ja doch noch was, wer weiß?!
Es ist ein riesiges Getümmel in den Straßen. Kleinlaster, Autos und vor allem Motorroller drücken sich in alle Richtungen in zwei bis drei Spuren durch die Fahrbahn, die in Europa eine schmale Einbahnstraße wäre. Verkehrsregeln scheint es hier nicht zu geben, oder zumindest interessieren sie niemanden. Einziges unerlässliches Mittel ist die Hupe und somit kommt man hier in den Genuss eines fortwährenden Hupkonzerts. Die Leute schieben sich auf den engen Gehwegen aneinander vorbei, entlang an den Kleider-, Tuch- und Schmuckhändlern, den CD/ DVD-Fälschern und –Kopierern und den unzähligen kleinen Straßenrestaurants. Und es kommt einem so vor, als sei hier sieben Tage die Woche 24 Stunden Highlife.

Wir bahnten uns nun also unseren Weg durch all das Beschriebene, bis wir irgendwann an den Strand von Legian kamen. Ein langer, recht breiter Sandstrand mit tollen Wellen. Sicherlich klasse zum Surfen und Wellenreiten, weniger geeignet zum simplen baden, wenngleich auch das viele hier taten. Was wir jedoch schade fanden, war, dass der Strand leider ziemlich schmutzig war. Viel Plastikmüll, angeschwemmtes Strandgut und sonstiger Abfall nahmen dem eigentlich netten Fleckchen ganz schön seine Attraktivität.
Und so machten wir hier lediglich einen immer noch schönen Spaziergang, aßen auf dem Rückweg eine Kleinigkeit und lernten dann im Hotel noch ein interessantes Ehepaar kennen: ursprünglich aus der Türkei, lange Zeit in Deutschland gelebt und jetzt in Australien ansässig. Mit ihnen verbrachten wir den Abend bei einem gemütlichen Bier und guten Gesprächen.